Von zehn blauen Links zur fertigen Antwort
Die Veränderung geschieht schneller, als viele erwarten. In der Schweiz nutzten im März 2026 rund drei Viertel der Erwachsenen regelmässig KI-Chatbots wie ChatGPT oder Gemini, 2024 war es noch etwa die Hälfte. Mehr als 40 % dieser Nutzerinnen und Nutzer setzen die Chatbots auch anstelle einer klassischen Suchmaschine ein.1 Weltweit kommt allein ChatGPT inzwischen auf rund 900 Millionen Nutzer pro Woche.2
Gleichzeitig verändert sich Google selbst. Über vielen Suchergebnissen steht heute eine KI-Übersicht, die die Frage direkt beantwortet. Seit Oktober 2025 ist in der Schweiz zudem der KI-Modus verfügbar, in dem man Google wie einem Assistenten Folgefragen stellen kann.3
Weniger Klicks – aber nicht weniger Bedarf an Sichtbarkeit
Wenn die Antwort schon auf der Suchseite steht, klickt man seltener weiter. Eine Auswertung von SparkToro zeigt, dass in den USA zwischen Januar und April 2026 gut zwei Drittel aller Google-Suchen ohne einen einzigen Klick endeten; 2024 waren es rund 60 %. Die beiden Messungen beruhen auf unterschiedlichen Datenpanels und sind deshalb nur als Richtwert vergleichbar, der Trend ist aber eindeutig.4
Besonders deutlich wird es bei Suchanfragen mit KI-Übersicht: Laut einer Ahrefs-Studie mit 300 000 Suchbegriffen erhält das erstplatzierte Ergebnis in diesen Fällen im Schnitt 58 % weniger Klicks als ohne KI-Übersicht. In der ersten Auswertung von 2025 lag der Rückgang noch bei rund einem Drittel.5
Für die Schweiz gibt es noch keine vergleichbaren Messungen. Da hier dieselben Funktionen verfügbar sind, ist aber kaum zu erwarten, dass die Entwicklung anders verläuft.
Was das bedeutet: Ein Teil Ihrer potenziellen Kundschaft entscheidet sich, ohne Ihre Website je zu besuchen. Ob Ihr Unternehmen dabei erwähnt wird, hängt davon ab, was Suchmaschinen und KI-Systeme über Sie wissen und wie gut sie Ihre Inhalte verstehen.
Was ist GEO?
GEO steht für Generative Engine Optimization. Der Begriff stammt aus einer Studie von Forschenden der Princeton University und weiterer Institutionen, die 2024 an der KDD, einer der wichtigsten Konferenzen für Datenanalyse, vorgestellt wurde.6 Gemeint ist alles, was dazu beiträgt, dass KI-Systeme ein Unternehmen kennen, korrekt beschreiben und als Quelle nennen.
Die Forschenden haben untersucht, welche Anpassungen an Inhalten die Sichtbarkeit in KI-Antworten erhöhen. Das Ergebnis: Mit gezielten Massnahmen stieg die Sichtbarkeit um bis zu 40 %. Am besten wirkten Quellenangaben, Zitate und konkrete Zahlen. Klassisches Stichwort-Wiederholen («Keyword Stuffing») brachte dagegen kaum etwas.6
Ersetzt GEO die Suchmaschinenoptimierung?
Nein. KI-Systeme stützen sich auf dieselben Grundlagen wie Suchmaschinen: eine technisch saubere Website, verständliche Inhalte und eindeutige Firmendaten. Wer bei Google gut aufgestellt ist, hat auch bei KI-Antworten die besseren Karten. GEO ergänzt SEO, es ersetzt sie nicht.
Was KMU jetzt konkret tun können
Die gute Nachricht: Vieles davon ist kein Hexenwerk und lässt sich auf einer bestehenden Website umsetzen.
- Fragen Sie nach. Stellen Sie ChatGPT, Gemini und Perplexity die Fragen, die Ihre Kundschaft stellen würde. Kommen Sie vor? Stimmen Angebot, Adresse und Öffnungszeiten?
- Firmendaten vereinheitlichen. Name, Adresse, Telefon und Leistungen sollten auf der Website, im Google-Unternehmensprofil und in Verzeichnissen identisch sein.
- Strukturierte Daten ergänzen. Mit Schema.org-Angaben beschreiben Sie Ihr Unternehmen, Ihre Leistungen und häufige Fragen so, dass Maschinen sie eindeutig verstehen.
- Klare Antworten geben. Beantworten Sie typische Kundenfragen direkt und konkret, am besten mit Zahlen, Beispielen und Quellen.
- Technik prüfen. Schnelle Ladezeiten, mobile Darstellung und eine saubere Seitenstruktur bleiben die Grundlage.
- KI-Zugang bewusst steuern. Entscheiden Sie, welche KI-Dienste Ihre Inhalte lesen dürfen. Ein kurzes Faktenblatt (llms.txt) fasst das Wichtigste für KI-Systeme zusammen.
- Regelmässig messen. Die Google Search Console und regelmässige Stichproben in den KI-Assistenten zeigen, ob sich etwas bewegt.
Was gleich bleibt
So viel sich ändert: Die Grundsätze guter Websites gelten weiter. Inhalte, die echte Fragen beantworten, eine Technik, die zuverlässig funktioniert, und ein Unternehmen, das vertrauenswürdig auftritt, werden von Menschen wie von Maschinen bevorzugt. Wer darauf setzt, statt kurzfristigen Tricks hinterherzulaufen, ist auch für die nächste Veränderung gut gerüstet.
Ehrlich bleibt auch: Niemand kann garantieren, dass ein KI-Assistent ein bestimmtes Unternehmen nennt. Die Systeme verändern sich laufend. Was sich steuern lässt, sind die Grundlagen, und genau dort lohnt es sich anzusetzen.
Wie sichtbar ist Ihr Unternehmen?
Wir prüfen Ihre Website und Ihre Präsenz in Suchmaschinen und KI-Antworten und sagen Ihnen offen, wo es sich lohnt anzusetzen.
SEO & GEO bei basemedia →Quellen
- Comparis-Umfrage zur KI-Nutzung in der Schweiz, März 2026 (1035 Befragte), berichtet von Netzwoche: Drei Viertel der Schweizer Bevölkerung nutzen bereits KI-Chatbots (02.04.2026)
- Angabe von OpenAI (Nick Turley) zu rund 900 Millionen wöchentlichen ChatGPT-Nutzern, berichtet von roic.ai (27.02.2026)
- blue News: AI Mode in Google Search is coming to Switzerland and Europe (08.10.2025)
- SparkToro: In 2026, Less than One Third of Google Searches Still Send a Click (Daten Januar bis April 2026, USA, Similarweb-Panel; Vergleichswert 2024 aus dem Datos-Panel)
- Ahrefs: AI Overviews Reduce Clicks (Update), Studie mit 300 000 Suchbegriffen, Daten Dezember 2025 (04.02.2026)
- Aggarwal, Murahari, Rajpurohit, Kalyan, Narasimhan, Deshpande: GEO: Generative Engine Optimization, KDD 2024